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Bäderregelung: Kirche soll auf Klage verzichten

Timmendorfer Strand - Die Kirchengemeinde Timmendorfer Strand tritt weiter für die Beibehaltung der Bäderregelung ein. Die Mitglieder stärkten jetzt ihrem streitbaren Pastor den Rücken.
Einstimmig fiel auf der jüngsten Gemeindeversammlung am Wochenende im Timmendorfer Pastor-Pfeiffer-Haus die Entscheidung, die Nordelbische Kirchenleitung aufzufordern, ihre Klage gegen die Bäderregelung zurückzuziehen. Wie berichtet, will die Führungsspitze bei diesem Thema das Verhältnis von Regel und Ausnahme gerichtlich klären lassen.
Die Gemeindeversammlung verlief genau so, wie Pastor Professor Thomas Vogel gehofft hatte: Ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen beschlossen die Anwesenden, ein entschiedenes Signal an die Kirchenleitung zu senden. „Wir sind aus guten Gründen für die Beibehaltung der Bäderregelung“, unterstrich Vogel in seinem Diskussionsbeitrag, „und wir machen gute Erfahrungen mit einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Geschäftsleuten unseres Ortes.“
Vogel sagte, er stehe zu dem Satz, mit dem er schon so oft in den Medien zitiert worden sei: „Wenn der Ort voll ist, ist auch die Kirche voll.“ Timmendorfer Strand verzeichne einen beachtlichen Gottesdienstbesuch – anders als in vielen anderen Orten.
„Wir stehen in sehr enger Verbindung mit den Gewerbetreibenden“, sagte Vogel weiter, „nicht nur beim Oster-Halligalli.“ Die Kirche bringe sich bei allen größeren Veranstaltungen sehr aktiv mit ein: „Und das zeigt zunehmende Resonanz; damit erreicht man zusätzlich sehr viele Menschen. Zur Adventsandacht als Abschluss des musikalischen Weihnachtsmarktes beispielsweise kommen bis zu 3000 Leute ins Ortszentrum.“
Sylvia Land-Inselmann als Vorsitzende des Tourismusvereins Scharbeutz dankte Vogel in der Versammlung für sein Engagement: „Das finde ich sehr mutig, Sie machen das ganz prima.“
Auch Timmendorfs Tourismuschef Christian Jaletzke kommentierte das Geschehen gestern: „Wo immer Kirche mitten im Leben steht, erreichen ihre Botschaften mehr Menschen.“
Heinz Meyer als Vorsitzender der Timmendorfer Aktivgruppe für Handel und Gewerbe freute sich: „Unsere Kirchengemeinde zeigt hier ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber den Menschen, die ihre Arbeitsplätze behalten wollen. Und dadurch bewahrt sie ihre Glaubwürdigkeit.“
Quelle: ln-online/lokales vom 02. März 2010
Link: www.ln-online.de/artikel/2747108

Timmendorfer Kirche bekennt sich zur Bäderverordnung

„Wo der Ort voll ist, ist auch die Kirche voll“, dieser Satz von Pastor Vogel von der Kirchengemeinde Timmendorfer Strand ist mittlerweile zum geflügelten Wort geworden, wenn es um die Bäderregelung und damit um die Sonntagsöffnungszeiten der Geschäfte geht.
Sie war auch zentrales Thema bei der Gemeindeversammlung am letzten Sonntag im Februar. „Man will die Regelung nicht gesamt kippen“, erläuterte Pastor Vogel den Anwesenden, „das Ziel der Nordelbischen Kirchenleitung ist vielmehr Regeln und Ausnahmen zu justieren.“
An einigen Beispielen erläuterte er, wie gut man in Timmendorfer Strand damit lebt und welche Vorteile es für die Kirche hat. Durch die Teilnahme an Veranstaltungen wie ‚Timmendorf strahlt’, dem Niendorfer Martinsritt, dem Adventsmarkt oder dem Ostereiersuchen am Strand würden viele Menschen erreicht, die man sonst nicht erreichen würde. Und seien die Parkplätze voll, gäbe es auch mehr Besucher der Kirche. „Wenn es andernorts hapert, zeigen wir gerne einmal, wie das geht“, gab er sich kämpferisch, denn er wäre froh, wenn die Klage der Nordelbischen Kirche scheitern würde. Mit dieser Aussage nahm er auch beim Bischof kein Blatt vor den Mund. Sylvia Land-Inselmann, die neue Vorsitzende des Tourismusvereins Scharbeutz, die bei der Gemeindeversammlung als einzige Vertreterin der Gewerbetreibenden anwesend war, bescheinigte Pastor Vogel: „Ich finde Sie sehr mutig und gradlinig und werde Sie gerne unterstützen.“
Der Vorschlag, dass der Kirchenvorstand bei der Kirchenleitung einen Antrag stellt, die Klage zurückzunehmen, wurde in der Gemeindeversammlung einstimmig angenommen.
Nun wird in den entsprechenden Gremien eine Resolution verfasst. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Votum dafür ebenfalls einstimmig erfolgen wird, da die Gremiumsmitglieder fast vollständig bei der Gemeindeversammlung anwesend waren.
Eine gemeinsame Stellungnahme zum gleichen Thema der Tourismusverbände, der IHK und des DEHOGA ist nachzulesen unter: www.lb-regional.de/Bäderverordnung_Verbände.pdf

Quelle: Artikel: Brigitte Arms, 2. März 2010
Link: www.luebecker-bucht-regional.de

Kampf dem Investitionsstau: Tourismusverein macht mobil

Wie kommen Vermieter an Geld, ohne sich über knauserige Banken ärgern zu müssen? Der Scharbeutzer Tourismusverein will auf diese Frage eine Antwort geben.
Viele mittelständische Vermieter leiden derzeit unter einem Ärgernis, das es nach lautstarker Beteuerung der Banken angeblich gar nicht gibt - der Kreditklemme. Die Mitglieder des Tourismusvereins Scharbeutz wollen das nicht länger hinnehmen: Sie planen eine Informationsveranstaltung darüber, wie sich die Leidtragenden der aktuellen Entwicklung wehren können.
„Es gibt einen Renovierungsstau in unserer Branche“, berichtete Sylvia Land-Inselmann als Vorsitzende des Tourismusvereins jetzt vor der Presse, „aber wir bekommen kein Geld von den Banken. Und unter solchen Umständen kann dann auch ein Verein wie unserer nicht viel ausrichten.“
Also richten die Aktiven jetzt einen Informationsabend aus – und zwar unter dem Motto „Wie komme ich an Geld, ohne eine Bank zu brauchen?“ Die Vorsitzende: „Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, um an Zuschüsse oder Darlehen zu gelangen - man muss nur wissen, wie. Und genau hier wollen wir mit unserer Veranstaltung weiterhelfen.“
Die Vereinsmitglieder stehen nicht allein. Auch die Aktivgruppe für Handel und Gewerbe aus Timmendorfer Strand und die Mittelstandsvereinigung MIT haben sich angeschlossen und werden dabei sein. „Wir müssen das Problem aus der Welt schaffen“, sagt Land-Inselmann, „es ist eine Schraube ohne Ende: Keine Investitionen, weniger Gäste - und als Folge nicht bediente Kredite.“
Wann der Abend für die Vermieter stattfinden soll, ist noch nicht genau terminiert: „Wir werden das Datum rechtzeitig über die Presse bekanntgeben, damit möglichst viele dabei sein können.“ Erfreut haben die Initiatoren auf die Nachricht reagiert, dass auch Vertreter mehrerer Kreditinstitute ihre Teilnahme zugesagt haben ...
Joachim Nitz als Direktor des Tourismusservice Scharbeutz begrüßt den Vorstoß des Vereins: „Wir haben aus unserer Sicht immer die Strategie verfolgt, dass die Kommune passende Rahmenbedingungen für einen florierenden Tourismus schaffen muss. Das wird schon daran deutlich, dass wir in sieben Jahren rund 25 Millionen Euro investiert haben. Nun muss das Unterkunftsgewerbe folgen - wir brauchen eine größere Leistungsbreite. Das hat aber bisher nur in Teilen funktioniert.“
Nach Nitz’ Einschätzung habe sich in der Gastronomie bereits einiges zum Besseren gewendet, aber bei vielen Vermietern bestünden noch Chancen zur Optimierung ihres Angebots: „Das Thema Investitionen ist für den Ort immens wichtig. Eine tolle Promenade allein bringt gar nichts. Vom Anblick eines schönen Tellers wird man nicht satt. Entsprechend unterstützen wir gern alles, was dazu dient, das Angebot für die Urlauber zu verbessern.“
In diesem Zusammenhang sieht Nitz auch das Bemühen um eine attraktivere Ortsgestaltung in der kalten Jahreszeit: „Das kann niemand allein. Es müssen alle an einen Tisch und über Erfolg versprechende Lösungen diskutieren.“

Quelle: ln-online/lokales vom 26. Februar 2010
Link: www.ln-online.de/artikel/2744956